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8. Oktober 2011

Jahresempfang der grünen Kreisverbandes Lippe in Detmold zur Gesundheitsversorgung

Gesundheitsversorgung in Westf.-Lippe, Disk.

Aus der Pressemitteilung der Grünen vor Ort:

Detmold/ Kreis Lippe. Die eine, endgültige Lösung hatte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens nicht im Gepäck, als sie jüngst zur Jahrestagung der Lippischen Grünen zum Thema Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum reiste. In einem kurzweiligen Referat verstand sie es jedoch, viele unterschiedliche Aspekte zu einem "Regionalen Gesundheitsmodell" zu verknüpfen, um die Probleme des Gesundheitswesens in den nächsten Jahrzehnten meistern zu können. Die heutige Versorgungsstruktur sei keine Lösung für die Zukunft, so Steffens.

"Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt in den nächsten Jahrzehnten enorm an, die Zahl derer, die sie versorgen können, sinkt – rein zahlenmäßig bekommen wir da ein Problem" bekannte sich die 49-jährige Ministerin aus Mühlheim zu der künftigen Versorgungslage. Gerade deswegen sei es wichtig, für das vorhandene Personal bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, es zu motivieren und mit weichen Standortvorteilen wie Kinderbetreuung oder Gesundheitsprophylaxe zu unterstützen.

Für eine grundlegende Reform der Zuständigkeiten macht sie sich, gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern über Parteigrenzen hinweg, stark. Es müsse regionale, sektorübergreifende Lösungen gesucht werden. "Heute ist es so, dass der Bund für die ambulanten Angebote zuständig ist, die Länder für die stationäre Versorgung in Krankenhäusern." Dies bedeute Konkurrenz zwischen den Sektoren, statt an gemeinsamen Lösungen zum Wohle der Patienten zu arbeiten. Alle am Gesundheitswesen Beteiligten, Ärzte, Apotheker, Kliniken und andere Träger müssten künftig regional zusammenarbeiten und regionale Lösungen über die Sektorengrenzen hinweg finden, um die Gesundheitsversorgung zu sichern.

Als weiteren Baustein für eine effektivere Betreuung sieht Steffens die Delegation auf speziell geschulte Mitarbeiter, die weiter diskutiert werden müsse, zum Beispiel bei Hausbesuchen oder bei der pre- und postoperativen Betreuung. Auch die Möglichkeiten der Telemedizin und technischer Unterstützung sollten weiter ausgebaut werden. "Die Verantwortung muss dabei aber weiterhin bei der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt liegen, hier müssen alle Fäden zusammenlaufen." Ein Pilotprojekt in Münster habe beispielsweise gezeigt, dass diese Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Ärzten und Pflege die Demenzquote bei älteren Patienten deutlich senken könne. "Heute sind 50 bis 66 Prozent der Menschen nach einer Hüft-Operaton anschließend pflegebedürftig." In Münster sei diese Quote durch eine persönliche Begleitung der Patienten durch Kliniken und niedergelassene Ärzte drastisch gesunken.                                                          
"Diese Zusammenarbeit nützt allen: die Liegezeit in den Kliniken wird verkürzt, was dort zu Kosteneinsparungen führt." Die Mehrzahl der Patienten sei anschließend ohne Pflegestufe wieder in der Lage gewesen, sich selbst zu versorgen, was wiederum Kosten senke. "Dies alles sind nur kleine Beispiele, mit sehr großen regionalen Unterschieden. Wir müssen gemeinsam Lösungen suchen, Grenzen überwinden, wir benötigen einen Aufbruch zu einem breiten Konsens in der Gesellschaft, sonst bekommen die Probleme in der medizinischen Grundversorgung nicht in den Griff" appellierte Steffens.

Gesundheitsversorgung in Westf.-Lippe Barbara Steffens,  Grünen-Sprecherin Manuela Grochowaik-Schmieding, Klinik-Geschäftsführer Peter Schwarze und Anke Richter, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe (v.l.)

 

In der anschließenden Diskussionsrunde tauschten sich Steffens mit Peter Schwarze, Geschäftsführer der Klinikum Lippe GmbH, und Anke Richter, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, mit Ministerin Steffens über die Situation vor Ort aus.

 

 

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